Planetariumstechnik

Ein Platz unter den Sternen

Bei der Bestuhlung eines Planetariums sind zwei Punkte zu beachten: Einerseits müssen die Stühle robust und bequem sein, andererseits müssen sie es ermöglichen, die gesamte Kuppel zu überblicken. Dies wird durch dreh- und neigbare Stühle sowie die Anordnung der Stühle ermöglicht. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ein Planetarium bestuhlt werden kann.

Die sogenannte konzentrische Sitzanordnung ist die günstigste für die Astronomie. Der Kuppelrand ist zugleich der Horizont – die Ebene, die die Erde vom Himmel trennt, zugleich die Ebene, auf die sich der Auf- und Untergang eines Gestirns bezieht. Sphärische Astronomie ist aber nicht alles. Längst gehören Dia- und Videoprojektionen zur Ausstattung. Diese sind allerdings gerichtet und können daher nur aus einer Richtung optimal betrachtet werden; sie müssen daher doppelt berücksichtigt werden um allen Besuchern einen optimalen Blick auf das Geschehen zu ermöglichen.

Vorteile

  • Keine bevorzugte Projektionsrichtung
  • Vorteilhaft für astronomische Darstellungen
  • Höchstmögliche Platzanzahl für gegebenen Kuppeldurchmesser.

Nachteile

  • Es gibt immer Plätze, die den Besucher dazu zwingen, sich mehr oder weniger den Hals zu verdrehen.
  • Wenn dies verhindert werden soll, müssen Dia- und Videoprojektionen astronomisch unrealistisch mehrfach erfolgen
  • Vortragsveranstaltungen sind nur bedingt möglich

Die ausgerichtete Bestuhlung, „unidirektional“ genannt, ist inzwischen die beliebtere Variante. Die Besucher sitzen in Reihen, die weniger oder mehr gekrümmt sind. Der Planetariumsprojektor hat oft zusätzlich eine senkrechte Achse, damit die Himmelsrichtungen bei Bedarf gedreht werden können – beispielsweise den Südhimmel nach Norden und den Nordhimmel nach Süden. Nun heißt es aber immer noch, den Blick nach oben zu richten. Die nötigen Sitze mit tiefer Rückenlehne sind zwar sehr bequem, aber wie lange? Der Ausweg ist die Neigung des Auditoriums und damit der Projektionskuppel! Die Sitzanordnung ist dann wie im Amphitheater und jeder Besucher hat einen freien Blick zum Himmel!

Vorteile

  • Die Bestuhlung ist auf die Vorzugs-Projektionsrichtung orientiert.
  • Ideale Sichtbedingungen für alle Besucher
  • Einheitliche Ausrichtung aller anderen Projektionsmedien.
  • Kleine Bühne für Vorträge, Lesungen, Konzerte usw. möglich
  • Multifunktionelle Nutzung der Planetariumskuppel möglich

Nachteile

  • Die Neigung des Projektions-horizontes ist astronomisch nicht korrekt – dies fällt jedoch im dunklen Planetarium nicht auf.