Gastvortrag:
Die Wiege der Sterne - Sternentstehung
Referentin: Dipl.-Phys. Carolin Liefke, Haus der Astronomie, Heidelberg
Freitag, 13. Januar 2012 - 20.00 Uhr

Der Orionnebel gehört sicherlich zu den bekanntesten und auch immer
wieder gern im Fernrohr gezeigten Himmelsobjekten. Auf den ersten Blick
sehen wir nur helle Nebelwolken, zum Leuchten gebracht von einem Trapez
aus heißen jungen Sternen. Aber bei näherem Hinsehen verbergen sich dort
noch hunderte, wenn nicht tausende weitere Sterne, die gerade erst
"geboren" wurden. Mit Hilfe der Infrarot- und Röntgenastronomie können
wir sie aufspüren und die Sternentstehung in der kosmischen Kinderstube
Orionnebel beinahe live verfolgen.
Carolin Liefke hat an der Universität Hamburg Physik studiert und
beschäftigt sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Hamburger
Sternwarte mit stellarer Aktivität und Röntgenastronomie. Seit mehr als
10 Jahren ist sie in der astronomischen Bildungs- und
Öffentlichkeitsarbeit tätig. Im März 2010 hat sie diese Leidenschaft zum
Beruf gemacht und arbeitet seitdem am Haus der Astronomie in
Heidelberg.
Gastvortrag:
Das Nördlinger Ries - Eine kosmische Katastrophe formt eine einzigartige Landschaft
Referentin: Dr. Gisela Pösges, Rieskratermuseum Nördlingen
Freitag, 3. Februar 2012 - 20.00 Uhr

Zwischen Schwäbischer und Fränkischer Alb, nur rund eineinhalb
Autostunden von Heilbronn entfernt, finden sich die Spuren einer
kosmischen Katastrophe. Vor etwa 15 Millionen Jahren raste ein etwa 1000
Meter großer Asteroid mit einer Geschwindigkeit von über 70.000 km/h
aus dem Weltall auf die Erde zu. Der kosmische Körper setzte beim
Einschlag eine Energie von mehr als 100.000 Hiroshima-Atombomben frei.
Das Resultat dieser kosmischen Kollision ist eine der geologisch
interessantesten Landschaften in Deutschland und in Europa - der
Impaktkrater Nördlinger Ries. Das Nördlinger Ries ist seit 2005 als
Nationaler Geopark zertifiziert und bietet dem Besucher die einzigartige
Möglichkeit, Gesteine wie den Suevit kennen zu lernen, die auch schon
die Apollo-Astronauten bei ihrem geologischen Feldtraining 1970
untersuchten.
Dr. Gisela Pösges ist Geologin am Rieskrater-Museum in Nördlingen, das
die Spuren dieses Ereignisses präsentiert und auch ein echtes Stück
Mondgestein zeigt.
Sternennacht in Wüstenrot
Öffentliche Beobachtungsnacht
Samstag, 24. März 2012 - ab 20.00 - 23.00 Uhr
Wohin man das Fernrohr auch richtet, der Himmel ist übersät mit Tausenden und Abertausenden von
Sternen.
Seit der Astronom Galileo Galilei als erster Mensch sein Fernrohr auf das
schimmernde Band der Milchstrasse richtete, hat die Beobachtung des Himmels unzählige Menschen fasziniert.
Wenn auch Sie dieses Erlebnis einmal geniessen wollen, dann fahren Sie mit uns in die Löwensteiner Berge.
An diesem Abend bieten wir Ihnen anlässlich des "Astronomietages" die
Gelegenheit,
unter idealen Beobachtungsbedingungen einen Blick durch unsere Teleskope
zu werfen und den Sternenhimmel fern der Lichtverschmutzung zu
geniessen.
Unser Beobachtungsplatz ist das "Greut", eine abgelegene Anhöhe zwischen Wüstenrot und Vorderbüchelberg, die gut
mit dem Auto erreichbar ist. Weit abseits von störenden Strassenlaternen und Dunstglocken beginnen die
Beobachtungen mit der Abenddämmerung und dauern die ganze Nacht. Falls Sie selbst ein Fernglas oder ein
Fernrohr haben, bringen Sie es doch einfach mit. Erfahrene Beobachter der Sternwarte werden Sie auf eine
unvergessliche Reise durch den gestirnten Himmel mitnehmen. Die Veranstaltung ist kostenlos und findet
nur bei klarem Himmel statt. Anfahrtskizze zum
Beobachtungsplatz
Gastvortrag:
Galaktischer Kannibalismus
Referent: Prof. Dr. Eva Grebel, ARI, Uni Heidelberg
Freitag, 30. März 2012 - 20.00 Uhr

Die Milchstraße ist unsere Heimatgalaxie. Da wir uns mitten in ihr
befinden, können wir sie in größtmöglichem Detail erforschen und so die
Entwicklungsgeschichte einer Galaxie anhand der noch vorhandenen
"stellaren Fossilien" über Jahrmilliarden zurückzuverfolgen. Dadurch
lassen sich auch Vorhersagen kosmologischer Modelle zur
Galaxienentwicklung testen. Eine wichtige Vorhersage ist die sogenannte
hierarchische Strukturbildung, also die Bildung großer Galaxien wie der
Milchstraße durch das Verschmelzen zahlreicher kleinerer Objekte. In
unserer Galaxis hat man in den letzten Jahren tatsächlich spektakuläre
Hinweise auf solche Ereignisse gefunden, erkennbar durch gewaltige
Ströme von aus kleineren Galaxien herausgerissenem Material. In einigen
Milliarden Jahren müssen wir schließlich selbst damit rechnen, einem
solchen Verschmelzungsprozess zum Opfer zu fallen, wenn die Milchstraße
und die Andromedagalaxie miteinander kollidieren.
Dr. Eva Grebel ist Direktorin des Astronomischen Rechen-Instituts der
Universität Heidelberg. Zu Ihren Forschungsgebieten gehören u. a.
Galaxienentstehung, galaktische Archäologie und Sternentstehung.
Gastvortrag:
E-ELT - Das European Extremely Large Telescope
Referent: Dr. Andreas Kaufer, European Southern Observatory
Freitag, 20. April 2012 - 20.00 Uhr

Die Europäische Südsternwarte (ESO) plant die Installation des mit
etwa 40 Metern Spiegeldurchmesser grössten optischen Teleskops der Erde
in der chilenischen Atacama Wüste. Der Beginn des wissenschaftlichen
Betriebs des sogenannten E-ELT ist für das Jahr 2020 vorgesehen.
Astronomen auf der ganzen Welt warten mit Spannung darauf, mit diesem
neuen Riesenteleskop Fragen sowohl über die Möglichkeit von anderem
Leben im Universum als auch die Geschichte des frühen Universums zu
beantworten. Der Vortrag wird über die Geschichte des astronomischen
Teleskops und die Errungenschaften des heute fortschrittlichsten
Teleskops, des Very Large Telescopes (VLT) berichten. Weiter werden
sowohl die technischen Herausforderungen als auch die revolutionären
neuen wissenschaftlichen Möglichkeiten des zukünftigen E-ELTs
aufgezeigt.
Dr. Andreas Kaufer ist Director of Operations am La Silla Paranal Observatory der ESO in Chile.
Tag der offenen Tür
Sonntag, 7. Oktober 2012 - 10.00 - 18.00 Uhr

Am Sonntag, dem 7. Oktober 2012 ist es wieder soweit: Die Sternwarte veranstaltet zum mittlerweile neunzehnten Mal ihren traditionellen Tag der offenen Tür.
In diesem Jahr feiert der Verein, der die Sternwarte betreut, sein fünfundzwanzigjähriges Bestehen - eine gute Gelegenheit, einen Blick darauf zu werfen, was sich seitdem alles auf der Sternwarte getan hat.
Zwischen 10 und 18 Uhr erwartet Sie nicht nur eine Ausstellung zur Geschichte des Vereins, sondern auch ein umfangreiches Rahmenangebot. Neben einem abwechslungsreichen Vortragsprogramm können Sie sich den Sternenhimmel zur Geburtsstunde ausdrucken lassen und bei klarem Himmel natürlich einen Blick durch unsere Teleskope auf die Sonne werfen - spezielle Schutzfilter ermöglichen die gefahrlose Beobachtung. Abgerundet wird das Programm durch Bastel- und Malangebote für unsere kleinen Gäste, einen Astrobasar mit vielen interessanten Angeboten wie Sternkarten, Büchern, Postern oder Sternschnuppen (Meteoriten) sowie durch eine Tombola. Für das leibliche Wohl wird mit einer Cafeteria gesorgt: Brezeln, Waffeln, Kuchen, Kaffee und mehr erwarten Sie!
Gastvortrag:
Leben und Weltraum
Referent: Markus Landgraf, ESA/ESOC Darmstadt
Freitag, 19. Oktober 2012 - 20.00 Uhr

Die Erkundung des Weltraums ist die logische Fortsetzung der menschlichen Überlebensstrategie. Dabei stellt sich nicht die Frage, was wir im Weltraum wollen, einfach, weil wir bereits im Weltraum sind. Wir umkreisen die Sonne mit 100.000km/h auf unserem kleinen blauen Planeten. Die Sonne driftet ebenso schnell durch die Mlichstrasse, in einem äußeren Teil eines Spiralarms der Sterneninsel, die durch ein supermassives schwarzes Loch in ihrem Zentrum zusammen gehalten wird, genau wie Milliarden anderer Galaxien. Es stellt sich lediglich die Frage, ob wir die Richtung bestimmen wollen, in der wir uns im Weltraum bewegen. Dabei sind unsere Möglichkeiten zwar eingeschränkt, aber bereits unsere direkte Nachbarschaft wartet mit spannenden Aufgaben auf uns. Zunächst gilt es zu klären, wie das Phänomen "Leben" ins Universum passt. Ist Leben etwas ganz normales im Universum und, wenn ja, stehen die Inseln des Lebens in irgendeiner Beziehung zu einander? Wenn nicht, wie kam es zu der aussergewöhnlichen Entstehung von Leben nur hier? Ist es für uns, die wir uns in einer sehr speziellen Umwelt entwickelt haben möglich, dauerhaft ausserhalb der irdischen Ökosphäre zu leben? Denkanstöße zu diesen und anderen Fragen werden gegeben und können gerne im weiteren Verlauf diskutiert werden.
Gastvortrag:
Astrologie - Wissenschaft oder Aberglaube?
Referent: Prof. Dr. Josef Fried, Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg
Freitag, 16. November 2012 - 20.00 Uhr

Astrologie ist heute weit verbreitet, Horoskope sind in vielen Zeitungen und Zeitschriften zu finden. Aber was ist Astrologie? Was ist ein Horoskop eigentlich, wie wird es erstellt und interpretiert? Ist das Gedankengebäude der Astrologie wissenschaftlich fundiert, oder ein alter Aberglaube, der auf längst überholten Vorstellungen beruht, etwa dass die Planeten Götter seien? Folgt die Astrologie den Methoden einer seriösen Wissenschaft? Was sagen statistische Tests, die mittlerweile vorliegen, über die Treffsicherheit astrologischer Aussagen?
Gastvortrag:
Mythos 2012 - Kommt der Weltuntergang?
Referenten: Dr. Oliver Dreissigacker, Mannheim; Oliver Debus, Bad Homburg
Freitag, 7. Dezember 2012 - 20.00 Uhr

Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis, Wirbelstürme, Flutkatastrophen, Umweltverschmutzung, gewaltige Sonneneruptionen und vieles mehr scheinen in den letzten Jahren an Zahl zugenommen zu haben. Stehen sie im Zusammenhang mit dem in allen Kulturen erwarteten Weltuntergang? Glaubt man einigen "Forschern", so soll eine vermeintliche "Prophezeiung" der Mayas das Ende der Welt ankündigen. Mit ihrem Kalender hätten sie, glaubt man den "Mayakundigen", das drohende Ende für den 21.12.2012 vorher gesehen. Sie haben auch verschiedene Szenarien ausgemacht, eine für die Erde besonders dramatische Planetenkonstellation, ein auf die Erde zurasender mystischer Planet X, gefährliche Strahlen aus dem All und gewaltige Sonneneruptionen werden unter anderem genannt. Oliver Debus (Astronomielehrer, Bad Homburg) und Dr. Oliver Dreissigacker (Redakteur und Wissenschaftsjournalist, Mannheim) wollen in ihrem Vortrag über die Hintergründe und Fakten aufklären und den Mythos 2012 kritisch hinterfragen.