Die historischen Instrumente der Sternwarte

Von ursprünglichen Instrumentarium der Sternwarte ist fast nichts mehr erhalten - was die Zerstörung der Stadt am 4. Dezember 1944 überlebt hatte, wurde größtenteils in der Nachkriegszeit zerschlagen und eingeschmolzen. Lediglich der Hohlglobus ist noch vollständig erhalten. Von dem 13-cm-Zeiss-Refraktor, der ursprünglich in der Kuppel stand, ist nur noch die Säule erhalten. Sie steht heute auf der Plattform und trägt eine modernere, kleinere Montierung. Seitdem haben jedoch mehrere kleinere Teleskope den Weg auf die Sternwarte gefunden, deren Geschichte sich teilweise nicht mehr rekonstruieren lässt. Ob es sich um die Original-Schülerteleskope der ursprünglichen Sternwarte handelt, ist unklar. Falls Sie Informationen oder Bilder der alten Sternwarte besitzen, lassen Sie es uns bitte wissen.

Messing-Refraktor



Allgemeines
Der Hersteller dieses Teleskops ist unbekannt, die Okulare sind jedoch in deutscher Sprache beschriftet. Eventuell handelt es sich um einen Refraktor der Firma Merz, der zwischen 1820 und 1840 hergestellt wurde. Die Firmen Krüss (Hamburg) und Plössl (Wien) scheinen als Hersteller nicht in Frage zu kommen. Sicher ist jedoch nur, dass es aus dem 19. Jahrhundert stammt und sich spätestens seit den 1950er Jahren auf der Sternwarte befindet - aus dieser stammt das untere Foto, das ihn mit einem Sucher auf einer Eigenbaumontierung zeigt.
Einige Okulare sind noch erhalten. Das Übersichtsokular ziert die Beschriftung "50-mal. Verg.", dazu gibt es Okulare für 84fache und 126fache Vergrößerung.

Technische Daten
achromatischer Refraktor auf azimutaler Montierung
Hersteller: unbekannt
Baujahr: 19. Jhd.
Öffnung: 80 mm
Brennweite: ca. 1100 mm

Merz Schulrefraktor Nr. 1

Allgemeines
Dieser kleine Refraktor ist ein typisches Schulfernrohr aus dem frühen 20. Jahrhundert und könnte durchaus zur ursprünglichen Ausstattung der Sternwarte gehört haben. Er sitzt auf einer parallaktischen Montierung ohne Nachführung und besitzt ein Sucherfernrohr.
Der Tubus ist mit Holzfurnier verkleidet.

Technische Daten
achromatischer Refraktor
Hersteller: Merz, München
Baujahr: 1900-1910
Öffnung: 54 mm
Brennweite: 640 mm

Butenschön – "Wecker-Refraktor"

Allgemeines
Nachdem die Sternwarte nach Kriegsende ohne Geräte war, spendete der Industrielle Ernst Wecker dieses Gerät mit Uhrwerknachführung. Es stand bis etwa 1957 in der Sternwartenkuppel und ging dann in das neue Gebäude des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Seit 2010 befindet er sich wieder auf der Sternwarte.
Neben dem Teleskop sind auch noch einige Steinheil-Okulare, das Zenitprisma, ein Fadenkreuzeinsatz und der Sonnenprojektionsschirm erhalten.

Technische Daten
achromatischer Refraktor auf
parallaktischer Montierung mit Uhrwerknachführung
Hersteller: Butenschön, Bahrenfeld bei Hamburg
Baujahr: 1952
Öffnung: 60 mm
Brennweite: 680 mm

Kosmos E68 – "Meyle-Refraktor"

Allgemeines
Der Kosmos E68 ist ein typisches Schulfernrohr aus den 1950er Jahren. Der Kauf ging ebenfalls auf Dr. Wecker zurück, der den damaligen Oberbürgermeister Paul Meyle zu dieser Anschaffung überreden konnte. Das Gerät diente von 1957 bis zum Kauf des Coudé-Refraktors im Kuppelgebäude als Hauptgerät der Sternwarte.

Technische Daten
achromatischer Refraktor auf
parallaktischer Montierung mit elektrischer Nachführung
Hersteller: Kosmos, Stuttgart
Baujahr: ca. 1957
Öffnung: 68 mm
Brennweite: 900 mm

Butenschön f6

Allgemeines
Erst im Sommer 2004 gelangte dieser Refraktor auf die Sternwarte. Bemerkenswert ist der Sucher: Statt einem Fadenkreuz markiert eine Art Nagelspitze die Bildfeldmitte.

Technische Daten
achromatischer Refraktor auf parallaktischer Montierung "Astronom 1" ohne Nachführung
Hersteller: Butenschön, Hamburg
Baujahr: um 1963
Öffnung: 90 mm
Brennweite: ca. 1250 mm

Theodolite

Allgemeines
Diese beiden Theodolite dienen eigentlich der Feldvermessung und nicht der Astronomie.
Möglicherweise kamen sie nach dem Krieg als Ersatz für den verschollenen Meridiankreis (genauer: Passagengerät) auf die Sternwarte.

Technische Daten
Baujahr: um 1900